Kennzeichen von Familienwappen

Nachdem bereits geklärt wurde, wie die Nutzung von Familienwappen entstanden ist, befasst sich dieser Texte mit dem Aufbau von Wappen. Beim Betrachten alter und neuerer Familienwappen fällt immer wieder auf, dass sich einige charakteristische Merkmale zu wiederholen scheinen bzw. nicht mehr aus dem Gesamtbild des Wappens wegzudenken sind. Aber was sind die Bausteine und Merkmale von (Familien-) Wappen und was bedeuten sie?

Der Schild: Hauptbestandteil des Familienwappens

Der Hauptbestandteil eines jeden Wappens ist der Schild. Er ist das wichtigste charakteristische Merkmal des Wappens und alleine bereits als eigenständiges Wappen angesehen werden. Definiert und unterschieden werde Schilde aufgrund ihrer Größe, Farbe und Formgebung. Die Schildfarben werden in der Heraldik als Tinkturen bezeichnet. Mit Ausnahme der Helmzier, die ein naturgetreues Abbild von Figuren darstellt, werden nur die Farben Schwarz, Rot, Grün, Blau, Gold (Gelb) und Silber (Weiß) verwendet. Bei der Kennzeichnung von Schilden spielen außerdem die Aufteilung und die abgebildeten Figuren eine tragende Rolle.

Die Figuren eines Familienwappens

Wie bereits erwähnt wurde, spielen Wappen-Figuren eine wichtige Rolle bei der Kennzeichnung und Unterscheidung von Familienwappen. Zu der Gruppe der „Gemeinen Figuren“ zählen sämtliche Lebewesen, Phantasiegebilde und Gegenstände. Diese lassen sich wiederrum in natürliche (Menschen, Tiere) und künstliche Elemente (Waffen, Werkzeuge, Bauwerke) unterscheiden. Besonders beliebt und populär sind der Löwe und der Adler sowie die (heraldische) Rose und die französische Lilie.

Auf dem Kopf des Familienwappens: Der Helm

Ein weiteres unverzichtbares Charakteristikum von Wappen sind Helme. Bürgerliche Wappen trugen früher zunächst einen Topfhelm, später dann einen Kübelhelm und schließlich einen Stechhelm. Ab dem 15. Jahrhundert wurden für adlige Familienwappen größtenteils Bügel- bzw. Spangenhelme verwendet. Die Wappenhelme werden meist plastisch dargestellt und silbern eingefärbt.

Charakteristisch für den Helm ist die sogenannte Helmzier, die meist Elemente des Schildes wiederspiegelt. Die Schildfiguren werden auf der Helmzier beispielsweise mit Geweihen, Hörnern und Flügeln ergänzt.

Die Helmwulst stellt bei Familienwappen den grafischen Übergang zwischen Helmzier und Helmdecke dar. Oft wird dieser Übergang mit sich abwechselnde Farben dargestellt. Bei adligen Familienwappen findet man auch Laub- bzw. Rangkronen. Die Helmwulst ist vermutlich als Hitzeisolierung für Ritter entstanden und wurde in die Wappenkunst aufgenommen.

Zu guter Letzt komplettiert die Helmdecke mit ihren dekorativen und raumfüllenden Blättern und Bändern das Wappen. Auf den ersten Blick ist der ehemalige lederne Nackenschutz der hochmittelalterlichen Helme  nicht unbedingt als Decke zu identifizieren, dennoch gilt die Darstellungsweise in der Heraldik als korrekt.

Allgemeine Informationen zum Thema Familienwappen

Wir alle haben eine bestimmte Vorstellung von (Familien-) Wappen. Werden wir jedoch dazu aufgefordert, den Begriff Wappen zu definieren, geraten viele von uns ins Stocken. Was genau ist eigentlich ein Familienwappen? Und wie ist die Wappenkunst entstanden?

Definitionen zu Folge handelt es sich bei einem Wappen um ein unveränderliches, farbig gestaltetes und dauerhaftes Kennzeichen einer Einzelperson, einer Familie, eines politischen Gemeinwesens oder einer Körperschaft. Der Begriff Wappen stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet „Waffen“. Ein Wappenträger ist also zugleich ein Waffenträger; die Nähe zur ritterlichen Symbolik ist klar zu erkennen.

Wieso entstanden Wappen?

Die Entstehung von (Familien-) Wappen ist auf die Kreuzzüge im 12. Jahrhundert zurückzuführen. Zu dieser Zeit änderten sich die Rüstungen und vor allem die Helme der Ritter stark. Nahezu das ganze Gesicht wurde nun von modernen Helmen verdeckt, wodurch es immer schwerer wurde, die kämpfenden Ritter zu identifizieren. Abhilfe schufen Farben und Figuren auf den Schildern der Kämpfenden sowie charakteristische Heimzieren und Heimdecken. Diese Kennzeichen fanden sich später auch auf Waffenröcken, Siegeln und Grabdenkmälern wieder.

Die Geschichte der Familienwappen

Doch die Geschichte der Familienwappen endet nicht auf den Schlachtfeldern der Kreuzzüge. Im 13. Jahrhundert wurden die Symboliken schließlich erblich, aus Persönlichkeits-Kennzeichen wurden Familienwappen. In der Heraldik geht man davon aus, dass sich die Funktionsweise der Wappen in den kommenden Jahren gewandelt hat. Forschungen zu Folge wurden Familienwappen nun als Erkennungszeichen bei Turnieren genutzt. Außerdem dokumentierten sie die adelige Herkunft der Wappenträger.

Als Vertrags- und Urkundensiegel wurden Familienwappen aber schließlich auch in der bürgerlichen Bevölkerung genutzt. Geführt wurden sie nicht nur von Familien, sondern auch von Bistümern, Städten, Handwerkern oder geistlichen Einrichtungen. Nach der Französischen Revolution verlor die Heraldik allerdings an Bedeutung. Wiederentdeckt wurde sie erst durch die Wissenschaft der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Das Familienwappen von Johann Sebastian Bach

Der deutsche Komponist Johann Sebastian Bach wurde 1685 in Eisenach geboren und gilt als barocker Virtuose an der Orgel und dem Klavier. Sein Vater Johann Ambrosius Bach war Stadtpfeifer und Hoftrompeter, daher kam Bach schon früh mit der Musik in Berührung.

Der Stammbaum der Familie Bach

Der Stammbaum des Thomaskantors Johann Sebastian Bachs Familie lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückführen. Die Wurzeln der Familie sind lutherisch und mitteldeutsch, fast alle Verwandten Bachs waren im musikalischen Bereich tätig und arbeiteten als Kantoren, Instrumentenbauer oder Organisten. Johann Sebastian Bach verfasste selbst eine Chronik mit dem Titel „Ursprung der musicalisch-Bachischen Familie“.

Das Familienwappen der Bachs

Die Suche nach dem Familienwappen der Bachs gestaltet sich als nicht ganz einfach, da häufig ein von Johann S. Bach gestaltetes Monogramm als Familienwappen erachtet wird. Das eigentliche Familienwappen der Familie Bach zeigt allerdings einen weißen Schild mit zwei Pflanzen, bei denen es sich vermutlich um Vergiss-mein-nicht handelt. Im unteren Teil des Schildes sieht man zudem einen silbernen Wellenbogen auf grünem Grund, der in der älteren Heraldik auch Querfluss genannt wird und wohl einen Bachfluss darstellen soll. Bei dem Helm, der auf dem Familienwappen thront, handelt es sich um einen bürgerlichen Stechhelm. Die aufgesetzten Büffelhörner und die Helmdecken sind rot- und silberfarben. Auffällig ist, dass der Gestalter die Bach´sche Genialität in Sachen Musik betreffend, offenbar vollständig auf Anspielungen verzichtete.

Bachs berühmtes Monogramm

Wie bereits erwähnt, stößt man bei der Suche nach Bachs Familienwappen häufig auf ein Monogramm, denn zu Lebzeiten verwendete Johann Sebastian Bach dieses oft als eine Art „Wappen“. Dieses Monogramm war kein Familienwappen, Bach nutzte es zum Beispiel als Briefsiegel. Er variierte das Monogramm mehrfach, meistens zeigt es jedoch seine Initialen JSB mit einer Krone. Die meist versteckten Buchstaben seiner Initialen zeigen Bachs Vorliebe für verborgene Symbolik, die man auch in vielen seiner Partituren findet.

Familienwappen als Teil unseres kulturellen Gedächtnisses

Wer sich mit dem Thema Familienwappen beschäftigt, wird bei Recherchen in Büchern oder dem Internet schon bald dem Begriff „kulturelles Gedächtnis“ begegnen. Forscher, Experten und Hobby-Heraldiker sind sich einig: Familienwappen prägen unser kulturelles Gedächtnis nachhaltig – und das schon seit hunderten von Jahren.

Doch was versteht man eigentlich unter dem „kulturellen Gedächtnis“? Der Begriff geht zurück auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Kulturwissenschaftler Jan und Aleida Assmann, die das kulturelle Gedächtnis als „Sammelbegriff für den jeder Gesellschaft und jeder Epoche eigentümlichen Bestand an Wiedergebrauchs-Texten, -Bildern und -Riten [...]“ definierten. Wir sind also geprägt vom Wissen der Vergangenheit, Archivierung und  Kommunikation fungieren als Identitäts-schaffende  Informationsträger. Das mag auf den ersten Blick kompliziert klingen, doch eigentlich sind die Ausführungen von Jan und Aleida Assmann einfach nachzuvollziehen. Sie trennen das kulturelle Gedächtnis streng vom kollektiven (Geschichts-)Wissen und sprechen der Kunst, Bildern, Texten und Riten einen besonderen Wert zu.

Auch Familienwappen sind Träger dieser einzigartigen Wertschätzung. Viele Familienwappen stammen aus dem Mittelalter. Sie geben uns die Chance, Rückschlüsse auf längst vergangene Traditionen und Bräuche zu ziehen. Befassen wir uns mit Aufbau, Gestaltung, Farbgebung oder Inschrift alter Familienwappen, haben wir die Möglichkeit, etwas über vergangene Kulturen zu erfahren. In dem Moment, in dem wir uns interessieren oder Fragen stellen, wird das kulturelle Gedächtnis lebendig.

Das kulturelle Gedächtnis ist ein Schatz, über dessen Bewahrung Wissenschaftlich tagtäglich Gedanken machen. Wie können die Schätze unserer Vorfahren für immer erhalten bleiben? Wie soll die Menge an Informationen (zum Beispiel in Form von geschriebener und gemalter Kunst)  archiviert werden? Modernste Technologien werden eingesetzt, was jedoch bleibt sind Fragen zur Auswahl, der Finanzierung und dem Raum. Und dann wären da noch wir Menschen. Wir sind es, die entscheiden, was mit den jahrhundertealten,  kulturellen Schätzen geschieht. Interessieren wir uns für Familienwappen und Co. oder winken wir beim Thema Kultur dankend ab?

Begeben wir uns gerne und erfolgreich auf Ahnenforschung? Prangt unser altes Familienwappen auf unserem Stammbaum? Wer diese Fragen mit „Ja“ beantworten kann, der sollte sich glücklich schätzen. Ist es nicht ein tolles Gefühl zu wissen, woher man eigentlich stammt?! Familienwappen geben uns eine Identität und ermöglichen uns einen Blick in die Vergangenheit. Darum sollten sie, als Träger des kulturellen Gedächtnisses, unbedingt erhalten werden. Und wer selbst zum Teil des kulturellen Gedächtnisses werden möchte, der sollte dringend darüber nachdenken, sich ein eigenes Familienwappen erstellen zu lassen.

Das Familienwappen der Familie Gutenberg

Bei Gesprächen zum Thema Buchdruck fällt ein Name ganz gewiss: Johannes Gutenberg. Gutenberg wurde  1400 unter seinem ursprünglichen Namen Gensfleisch in Mainz geboren. Er erfand den Mobilletterndruck, den Buchdruck mit beweglichen Metallbuchstaben. Mit dieser Erfindung ebnete Gutenberg den Weg für eine mediale Revolution in Europa. Sein Hauptwerk, die Gutenberg-Bibel, entstand zwischen 1452 und 1454 und wird noch heute für seine hohe Qualität gelobt.

Geboren wurde Johannes Gutenberg als Sohn des Patriziers Friedrich Gensfleisch. In adligen Kreisen war es nicht unüblich, den Familiennamen den von ihnen bewohnten Höfen anzugleichen. Die Namensgebung der Nicht-Patrizier war allerdings ziemlich willkürlich.

Das Familienwappen der Familie Gutenberg (Gensfleisch) zeigt einen Schild mit einem tief gebückten Mann. Der Mann auf dem Wappen ist barfüßig und bartlos, mit seiner linken Hand stützt er sich auf einen Stock. Vermutlich handelt es sich um einen Pilger oder Bettler mit spitzer Zipfelmütze und einem weiten Mantel. In der rechten Hand des Mannes auf dem Familienwappen der Gutenbergs befindet sich eine Schale. Über dem Schild ist ein fast schon obligatorischer Ritterhelm angebracht, der wiederrum den Oberkörper des Mannes mit Zipfelmütze trägt.

Die Abbildung eines Bettlermotivs auf dem Familienwappen könnte mit einer Seitenlinie der Gutenbergs zusammenhängen, der Patrizier-Familie Sorgenloch. Das Siegel der Familie Gutenberg ähnelt dem Wappen stark, der einzige Unterschied findet sich in der rechten Hand des Pilgers. Anstelle der Schale trägt er einen Spies auf der Schulter.

Nackte Tatsachen – Was wäre ein Bier ohne sein Wappen?

Was wäre ein Bier ohne sein Wappen? Noch immer dasselbe Getränk? Nun ja, vermutlich schon. Die Flasche wäre jedoch ungewohnt eintönig und leer – Ja fast schon nackt. Denn das Wappen prägt das Aussehen des Bieres, gibt ihm einen persönlichen Charakter und einen Wiedererkennungswert. Egal ob Kasten, Flasche oder Glas oder Bierdeckel: Das Wappen schmückt die Optik von allem, was mit dem Biergenuss zu tun hat.

Seit 1886 ist der Löwe das Markenzeichen des Löwenbräus. Die Brauerei wurde von der Familie Brey gegründet und später in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Als Erkennungszeichen thront der mächtige Löwe noch heute als Wappentier auf den Flaschen von Löwenbräu und lässt allen Freunden der Biermarke das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Im Jahr 2000 entschied sich die Biermarke Astra dazu, ihrem Gerstensaft ein ganz besonderes Logo zu verleihen. Anstelle eines traditionellen Wappens ziert ein Anker-Herz die Bierflaschen (Knollen) von Astra. Und auch die Werbekampagnen wurden dem neuen Motto „Astra zeigt Herz“ angepasst: Plakate zeigen Comic-Figuren im Pin-Up-Style. Bei Astra setzt man auf Sexappeal und hat Erfolg. Dank der gelungenen Werbemaßnahme  ist das Astra Anker-Herz weit über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt.

Aktuell setzt die Biermarke Becks auf den Retro-Look. Seit 140 Jahren ziert ein roter Rahmen mit schwarzem Balken und charakteristischem Schlüssel-Wappen die Flaschen der traditionsreichen Brauerei. Nun erinnert man sich zurück an die Ursprünge der Markenfindung und erreicht beim Kundenstamm einen regelrechten Aha-Effekt. Nach einem kurzen „Was ist das?“ folgt schnell die Erkenntnis: „Logisch, das ist ein Becks!“. Und wieder einmal zeigt sich, welch große Rolle das Wappen für eine Brauerei spielt. Für Käufer ist das Wappen ein Zeichen von beständiger Qualität. Man vertraut auf das Logo und weiß, dass Erwartungen erfüllt werden.

Image, Verlässlichkeit und Qualität sind also Attribute, die das deutsch Kultgetränk durch sein Wappen erhält. Die meisten Brauereien setzen dabei auf lange Traditionen, andere unterziehen ihr Wappen einer Verjüngungskur oder setzen auf trendige Retro-Optik. Ganz egal wie die Marketingmaßnahmen der Brauereien aussehen, in einer Tatsache sind sie sich anscheinend einig: Ohne Wappen geht es nicht.

Das Wappen von Kate Middleton

Hier sehen wir das Wappen von Kate Middleton, welches sie noch kurz vor ihrer Hochzeit der Öffentlichkeit präsentiert hat.

Das Wappen wurde von ihrem Vater Michael Middleton beim Londoner College of Arms in Auftrag gegeben, dem für die Wappenherstellung zuständigen Amt, wie Mitarbeiter des Königshauses erklärten.

Das Wappen (welches übrigens in Deutschland in dieser Form nicht als Familienwappen zu führen wäre, da es den deutschen heraldischen Regeln nicht entspricht) zeigt drei Eichenzweige, welche Kate und ihre beiden Geschwister symbolisieren sollen. Das Wappen ziert oben eine blauen Schleife, die anzeigen soll, das Kate unverheiratet ist. Zudem ist in Anlehnung an den Mädchennamen von Kates Mutter – Goldsmith – ein goldener Sparren (eine Zickzackleiste) zu sehen. Zwei weiße Balken sollen Hügel und Berge symbolisieren und für die Aktivitäten der Familie im Freien stehen. Das Wappen ist in rot und blau gehalten, den Farben der britischen Flagge.

Umgerechnet 5.000 EUR soll das Wappen gekosten haben.

Prinz William heiratete Kate Middleton am 29. April in der Londoner Westminster Abbey. Nach der Hochzeit wird nun Kates Wappen neben dem von William platziert. Nach britischem Recht ist es nur Kates Bruder James und nicht ihrer Schwester Pippa erlaubt, das Wappen an seine Nachfahren weiterzugeben.

Gestaltungselemente des Wappens – heute: Das Wappenschild

Ein sog. Vollwappen besteht zwingend aus den Elementen Schild, Helm, Helmzier, -wulst und -decke, wobei das (manchmal auch “der”, hier ist sich die Fachwelt uneins) Wappenschild allein bereits als eigenständiges Wappen angesehen werden kann. Grundsätzlich gilt, dass das Schild als Hauptbestandteil eines Wappen stets auch als solches zu erkennen sein soll.

Wappenschild

Das Schild ist das wichtigste und bezeichnendste Merkmal eines Wappens. Es definiert sich aufgrund seiner Form und Farbgebung, sowie seiner (Auf-)Teilung und den abgebildeten Figuren.

Formen

Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich mit der Entwicklung der Kunststile und

der Waffentechnik auch die Darstellung der Wappen. Der Dreieckschild, dessen Seiten nach außen gebogen sind, ist die früheste verwendete Schildform (12.- 14. Jahrhundert). Das Halbrundschild, das insbesondere für die mehrfeldrigen Wappen mehr Raum bot, entstand im 13. Jahrhundert.

Farben („Tinkturen“)

Farben werden in der Heraldik „Tinkturen“ genannt. Es sind die Farben Rot, Blau, Grün und Schwarz und die Metalle Gold (Gelb) und Silber (Weiß) erlaubt. Ausnahme Helmzier: Die naturgetreue Darstellung einer Figur in Gestalt und Tinktur realistisch meint die Bezeichnung „Natur“. Dies beginnt bei der Hautfarbe des Menschen, und endet bei einer realistisch gezeichneten Lilie, im Gegensatz zur heraldischen Lilie.

Schnitte

Mittels zahlreicher Schnittvariationen- und kombinationen werden Farben und Metalle getrennt. Noch heute werden immer noch neue Schildteilungen entworfen. Das Schildwerk kann mit einer Grundfarbe oder mit einem Pelzwerk belegt und mit Figuren versehen sein. Die Plätze sind immer streng nach einem Schema gegliedert und dieses Grundraster erlaubt eine wappenkundliche Beschreibung und Klassifizierung (Blasonierung).

Figuren

Sämtliche Lebewesen, Phantasiegebilde und Gegenstände gehören zu der Gruppe „Gemeine Figuren“ und entstehen nicht durch teilende Linien. Unterschieden werden die Gemeinen Figuren, welche sich in die Zeit der Blüte der Heraldik (Gotik) einreihen lassen sollten, in „natürliche“ (Menschen, Tiere) und „künstliche“ (Bauwerke, Waffen,Werkzeuge). Beliebte Elemente sind Löwe, Adler, (heraldische) Rose und die französische Lilie.

Wappen von Joschka Fischer

Auch bzw. gerade viele Prominente führen ein eigenes Wappen. Hier das Familienwappen von Joschka Fischer:

Erläuterung

„Der Fisch steht als redendes Zeichen für den Familiennamen Fischer. Die Fleischerbeile interpretieren den Berufsstand des Metzgers, der von 6 Generationen ausgeübt wurde. Die Tingierung und Teilung des Wappens entspringt dem Stadtwappen von Fridingen an der Donau im Landkreis Tuttlingen, der Stammheimat der Familie. Von dort siedelte sie nach Wudigeß bei Budapest in Ungarn und wurde nach dem Krieg vertrieben. Der Flug in der Helmzier steht für das Amt des Bundesaußenministers, dass von dem Wappenstifter Joschka Fischer ausgeübt wird.“

Quelle: Heraldik-Wiki