Das Wappen von Kate Middleton

Hier sehen wir das Wappen von Kate Middleton, welches sie noch kurz vor ihrer Hochzeit der Öffentlichkeit präsentiert hat.

Das Wappen wurde von ihrem Vater Michael Middleton beim Londoner College of Arms in Auftrag gegeben, dem für die Wappenherstellung zuständigen Amt, wie Mitarbeiter des Königshauses erklärten.

Das Wappen (welches übrigens in Deutschland in dieser Form nicht als Familienwappen zu führen wäre, da es den deutschen heraldischen Regeln nicht entspricht) zeigt drei Eichenzweige, welche Kate und ihre beiden Geschwister symbolisieren sollen. Das Wappen ziert oben eine blauen Schleife, die anzeigen soll, das Kate unverheiratet ist. Zudem ist in Anlehnung an den Mädchennamen von Kates Mutter – Goldsmith – ein goldener Sparren (eine Zickzackleiste) zu sehen. Zwei weiße Balken sollen Hügel und Berge symbolisieren und für die Aktivitäten der Familie im Freien stehen. Das Wappen ist in rot und blau gehalten, den Farben der britischen Flagge.

Umgerechnet 5.000 EUR soll das Wappen gekosten haben.

Prinz William heiratete Kate Middleton am 29. April in der Londoner Westminster Abbey. Nach der Hochzeit wird nun Kates Wappen neben dem von William platziert. Nach britischem Recht ist es nur Kates Bruder James und nicht ihrer Schwester Pippa erlaubt, das Wappen an seine Nachfahren weiterzugeben.

Gestaltungselemente des Wappens – heute: Das Wappenschild

Ein sog. Vollwappen besteht zwingend aus den Elementen Schild, Helm, Helmzier, -wulst und -decke, wobei das (manchmal auch “der”, hier ist sich die Fachwelt uneins) Wappenschild allein bereits als eigenständiges Wappen angesehen werden kann. Grundsätzlich gilt, dass das Schild als Hauptbestandteil eines Wappen stets auch als solches zu erkennen sein soll.

Wappenschild

Das Schild ist das wichtigste und bezeichnendste Merkmal eines Wappens. Es definiert sich aufgrund seiner Form und Farbgebung, sowie seiner (Auf-)Teilung und den abgebildeten Figuren.

Formen

Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich mit der Entwicklung der Kunststile und

der Waffentechnik auch die Darstellung der Wappen. Der Dreieckschild, dessen Seiten nach außen gebogen sind, ist die früheste verwendete Schildform (12.- 14. Jahrhundert). Das Halbrundschild, das insbesondere für die mehrfeldrigen Wappen mehr Raum bot, entstand im 13. Jahrhundert.

Farben („Tinkturen“)

Farben werden in der Heraldik „Tinkturen“ genannt. Es sind die Farben Rot, Blau, Grün und Schwarz und die Metalle Gold (Gelb) und Silber (Weiß) erlaubt. Ausnahme Helmzier: Die naturgetreue Darstellung einer Figur in Gestalt und Tinktur realistisch meint die Bezeichnung „Natur“. Dies beginnt bei der Hautfarbe des Menschen, und endet bei einer realistisch gezeichneten Lilie, im Gegensatz zur heraldischen Lilie.

Schnitte

Mittels zahlreicher Schnittvariationen- und kombinationen werden Farben und Metalle getrennt. Noch heute werden immer noch neue Schildteilungen entworfen. Das Schildwerk kann mit einer Grundfarbe oder mit einem Pelzwerk belegt und mit Figuren versehen sein. Die Plätze sind immer streng nach einem Schema gegliedert und dieses Grundraster erlaubt eine wappenkundliche Beschreibung und Klassifizierung (Blasonierung).

Figuren

Sämtliche Lebewesen, Phantasiegebilde und Gegenstände gehören zu der Gruppe „Gemeine Figuren“ und entstehen nicht durch teilende Linien. Unterschieden werden die Gemeinen Figuren, welche sich in die Zeit der Blüte der Heraldik (Gotik) einreihen lassen sollten, in „natürliche“ (Menschen, Tiere) und „künstliche“ (Bauwerke, Waffen,Werkzeuge). Beliebte Elemente sind Löwe, Adler, (heraldische) Rose und die französische Lilie.

Wappen von Joschka Fischer

Auch bzw. gerade viele Prominente führen ein eigenes Wappen. Hier das Familienwappen von Joschka Fischer:

Erläuterung

„Der Fisch steht als redendes Zeichen für den Familiennamen Fischer. Die Fleischerbeile interpretieren den Berufsstand des Metzgers, der von 6 Generationen ausgeübt wurde. Die Tingierung und Teilung des Wappens entspringt dem Stadtwappen von Fridingen an der Donau im Landkreis Tuttlingen, der Stammheimat der Familie. Von dort siedelte sie nach Wudigeß bei Budapest in Ungarn und wurde nach dem Krieg vertrieben. Der Flug in der Helmzier steht für das Amt des Bundesaußenministers, dass von dem Wappenstifter Joschka Fischer ausgeübt wird.“

Quelle: Heraldik-Wiki

Familienwappen im Wandel der Zeit

Ist man gut vorbereitet, so fühlt man sich bestens „gewappnet“. Nur zu gern wüsste man allerdings, was der andere „im Schilde führt“. Hat man alle Rivalität überwunden, so wird die neue Partnerschaft „besiegelt“.

Wappen begegnen uns auch heute überall, ob im Sprachgebrauch, als Hoheitszeichen staatlicher Gewalt, auf Visitenkarten von Geschäftsfreunden oder aber als Logo auf Etiketten von Weinflaschen.

Doch was hat es auf sich mit diesem geschichtsträchtigen Zeichen?

Das Wort Wappen leitet sich von „Waffen“ ab. Als zur Zeit der Kreuzzüge die Ritterausrüstungen den Körper immer mehr verdeckten und schließlich auch das Gesicht verhüllten, wurde es unmöglich, Freund von Feind zu unterscheiden. So wurden – nicht unähnlich heutiger Fussballmanschaften – Farbkodierungen genutzt, um zu zeigen, zu welcher Seite man gehörte. Diese wurden der Einfachheit halber auf den Schilden der Kämpfenden aufgetragen. Als dann dennoch des Öfteren „rot“ gegen „rot“ oder „blau“ gegen „blau“ antrat, wurden die reinen Farbkodierungen um grafische Elemente erweitert. Die Werbeindutrie war damals noch nicht so weit wie heute, und daher nutze man allgemeine, aber aussagekräftige, Elemente wie Kreuze, Löwen, etc.

Später fand das Wappen Einzug in die Turniere der Ritter. Es wurden Listen geführt und sog. Herolde – mittelalterliche Schiedsrichter– überprüften die Richtigkeit der Wappen und die Zugehörigkeit der angereisten Edelleute.

Verarmten Adel gab es allerdings damals schon, und so wurde das Recht, das eigene Wappen zu führen auch an Bürgerliche verkauft, um die Burgkasse wieder zu füllen. Der Handel mit Wappen dehnte sich immer weiter aus und schließlich konnten sogar Handwerker und Bauern eigene Wappen annehmen.

Das war auch gar nicht so schlecht, war doch der Prozentsatz derjenigen, die Lesen und Schreiben konnten damals sehr gering. So wurde der Handel eben statt mit der Unterschrift mit dem eigenen Wappen besiegelt. Auch wurden Wappen schon früh als Warenzeichen im heutigen Sinne genutzt. Wenn ein Handwerker besonders stolz auf seine Waren war, versah er diese mit dem eigenen Wappen. Da Wappen von Generation zu Generation weitergegeben wurden, entstand die Tradition der Familienwappen.

Doch woher kommt die weitverbreitete Annahme, nur der Adel wäre berechtigt, ein eigenes Familienwappen zu führen?

Es mag daran liegen, dass der Adel seine eigene Familiengeschichte in der Regel sehr viel sichtbarer „vor sich herträgt“ als andere Familien. Daher ist das Wappen in der öffentichen Wahrnehmung stark mit dem Adel verknüpft und die wirklichen Hintergründe werden nicht weiter hinterfragt.

Wie kann auch ich zu einem eigenen Familienwappen gelangen?

Jedermann hat heute das Recht, ein Wappen neu anzunehmen (zu „stiften“) und in eine Wappenrolle eintragen zu lassen. Die Wappenrollen werden in Deutschland mehrheitlich von gemeinnützigen Vereinen geführt. Es sind Register, in denen nebem dem Wappen auch dessen Beschreibung, sowie Name und Herkunft des Wappenstifters eingetragen werden. Es werden in der Regel allerdings nur Wappen eingetragen, die den Regeln der Heraldik (=Wappenkunde) entsprechen. Und davon gibt es eine ganze Menge. So dürfen beispielsweise nur bestimmte Farben, und diese wiederum auch nur in bestimmten Kombinationen genutzt werden.

Um sicher zu gehen, dass alles richtig gemacht wird, sollte man sich an einen Heraldiker wenden. Dieser wird auf der Grundlage Ihrer Familiengeschichte ein individuelles Wappen entwickeln, welches dann in eine Wappenrolle eingetragen werden kann.

Mehr zu dem Thema erfahren Sie hier.